Beim Kauf der ES 250/2 mit Einzelsitzen und Knieblechen bekamen wir auch - angeblich - 2 ½ ETZ 250 in Teilen mit dazu. Nach dem Ausladen des Transporters kamen uns aber Zweifel. Nichtsdesdotrotz versuchten wir aus den vorhandenen Teilen eine Ganze zusammenzubauen und fingen zuerst mit einem passenden Rahmen an. Die Wahl viel nicht schwer, denn nur einer hatte ein vollständiges Typenschild und auch einen passenden DDR-Kfz-Brief. Sogar das originale DDR-Nummernschild war noch vorhanden. Dann suchten wir einen brauchbaren Tank heraus. Der rote war innen nicht verrostet, sah außen ganz passabel aus und auch Seitendeckel und Luftfilterkaste in der gleichen Farbe waren brauchbar. Also rot.

MZ ETZ 250 die 2te

(April-Juni 2026)

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Als erstes wurde der Rahmen gereinigt und mit etwas schwarzer Farbe nachgebessert. Die hintere Schwinge wurde demontiert gereinigt, auch mit etwas Farbe aufgehübscht und wieder montiert. Ebenso der Hauptständer. Die beiden Holme der Telegabel bekamen nur eine Reinigung und wurden nach einer Prüfung auf Verschleiß eingesetzt und provisorisch befestigt. Um besser am Rahmen montieren zu können, wurde er auf den Tisch gestellt. So konnten Luftfilterkasten (welcher noch mehrmals wieder ab- und angebaut wurden), Stoßdämpfer und die Elektrik rückenschonend angebaut werden. Telegabel und auch das mitgebrachte Vorderrad waren mit Scheibenbremse ausgerüstet. Bremssattel und Bremszylinder der Vorderradbremse wurden demontiert, gereinigt und auf Verschleiß geprüft. Verschlissene Teile wurden ersetzt, brauchbare aufgearbeitet und alles wieder zusammengebaut. Leider war der Bremsschlauch nicht mehr zu gebrauchen und mußte ersetzt werden.

Leider hatten wir nur zwei Räder mitbekommen, von denen auch nur das Vorderrad brauchbar war. Das Hinterrad schien etwas dilettantisch pulberbeschichtet worden zu sein, denn die „Farbe“ löste sich an vielen Stellen ab und es war das doch schon recht stark oxydierte Aluminium zu sehen. Die Farbe, die nicht lose war, saß aber bombenfest und lies sich mit konventionellen Mitteln nicht entfernen. Außerdem hatten die „Fachkräfte“ die Bremse innen ebenfalls pulberbeschichtet! Wir hatten noch ein Hinterrad von einer ETZ, die als Ersatzteilspender herhalten sollte, doch das gefiel uns auch nicht so richtig. Da blieb nur eins übrig, ein anderes, gut gebrauchtes zu besorgen. Fündig wurden wir bei „GÜSI“ einem Onlinehändler aus Lappersdorf. Beide Räder wurden gereinigt und so gut es ging wieder zum Glänzen gebracht. Schadhafte Lager wurden ersetzt, die brauchbaren neu gefettet und wieder eingesetzt. Bremsankerplatte und Bremsbacken wurden nur gereinigt und konnten weiter benutz werden.

Als nächstes ging es daran einen funktionierenden Motor rauszusuchen. Wir hatten drei zur Auswahl. Einen fast kompletten und zwei ohne Zylinder. Die Wahl viel natürlich auf den fast kompletten. Das Teil auf die Werkbank gehuckt und erstmal vom Dreck befreit. Danach noch die Zwischenräume zwischen den Kühlrippen gereinigt und er war fertig zum Einbau. Leider hatten wir da ein Problem. Das Gewinde am Zylinder für die Krümmermuter war so beschädigt, dass es unmöglich war sie gerade hineinzuschrauben. Mehrere Versuche das Gewinde wieder gangbar zu machen schlugen fehl. Teilweise auch Mangels eines passenden Gewindebohrers M50x1,5. Wir hatten zwar welche, die gingen aber nur bis M48x1x5. Wir versuchten mittels dieses Bohrers das Gewinde etwas nachzuschaben, doch leider ohne Erfolg.

Obwohl wir uns noch Gedanken um die Reparatur des Motors machten, konnten wir ja an der Komplettierung des Rahmens weiterarbeiten. Das hintere Kettenrad und der Kattenkasten waren schon montiert und wir konnten das fertige Hinterrad nebst Bremsankerplatte einbauen. Um das Vorderrad einbauen zu können, nahmen wir den Rahmen vom Montagetisch und stellten ihn auf den Ständer. So konnte das Vorderrad montiert werden.

Jetzt kümmerten wir uns um den Motor. Dreimal gebrauchte Kolben und Zylinder waren ja noch da, doch wir sahen erst einmal in unserem „Ersatzteillager“ nach. Waren da nicht noch Motoren aus dem Erbfundus eines unserer Bekannten? Und tatsächlich fanden wir einen kompletten Motor. Der war zwar genauso verschmutzt wie der erste, doch wir hatten ja mit der Reinigung schon etwas Erfahrung. Doch zuerst wurde das Gewinde für die Krümmermutter geprüft. Das schien in Ordnung zu sein und wir machten uns an die Reinigung des „Ersatzmotors“. Nach der Reinigung konnte dann die Lichtmaschine eingebaut und die Zündung eingestellt werden.

Als Kettenritzel gab es 14er, 17er und zwei 19er zur Auswahl. Wir entschieden uns für eins mit 19 Zähnen, was auch original so vorgesehen war. Eine neue, originale Rollenkette war noch vorhanden und aus den vielen gebrauchten Kettenschläuchen suchten wir die zwei besten raus und reinigten sie.

Dann suchten wir aus den vorhandenen Teilen einen originalen Auspuff raus, reinigten ihn und bauten ihn an die Maschine.

Der Motor war soweit vorbereitet und konnte ein den Rahmen eingesetzt werden. Aus den vorhandenen Vergasern wurde der beste rausgesucht, gereinigt, überprüft und an den Motor montiert.

Um einen Gesamteindruck zu bekommen, wurden Tank und Sitzbank mal provisorisch aufgesetzt. Jetzt sah die ETZ schon fast wie ein Motorrad aus.

Der Motor war eingebaut und wir konnten ihn an die Elektrik und den Antrieb anschließen.

Da jetzt das Meiste angebaut war, entschieden wir uns für einen erste Probelauf des Motors. Eine Batterie wurde provisorisch angeschlossen und der Zündfunke überprüft. Der war vorhanden und wir montierten den schon bewährten „Spritzentank“. Für den erste Start ging es aber vor die Tür.

Hier ein YouTube-Video von der Quälerei den Motor das erste Mal zu starten.

Nach gefühlten 200 Betätigungen des Kickstarters lief der Motor schon mal. Nach einigen Einstellungen am Vergaser dann auch rund, nahm Gas an und tourte auch so wir er sollte wieder ab. Jetzt wurden, hätten wir fast vergessen, noch die Stoßdämpferholme mit Öl befüllt. Der Tank und die Sitzbank wurden gereinigt und angebaut. Die bei einem Onlinehändler bestellte Batterie und die Bremsleitung der Vorderradbremse waren geliefert und konnten eingebaut werden. Jetzt konnte auch die Vorderradbremse in Gang gebracht werden. Die funktionierte bis dahin noch nicht und so waren die Startversuche etwas mühsehliger, denn man mußte das Motorrad neben der Betätigung des Kickstarters, auch noch am Hin- und Herrollen hindern. Wir hatten ja schon öfter eine Bremse entlüftet und sahen bei der Scheibenbremse der ETZ auch kein Problem.

Denkste! Da wir vorhandene Teile erst ersetzten, wenn sie nicht mehr brauchbar sind, versuchten wir auch hier alle Teile aufzuarbeiten und weiter zu benutzen. Alle Teile wurden demontiert, gereinigt, geprüft und wieder zusammengebaut. (Siehe weiter oben.) Nun wurde, wie wir es gewohnt waren, Bremsflüssigkeit oben in den Behälter gefüllt und unten entlüftet. Aber so oft wir es auch machten, wir bekamen keinen Bremsdruck zustande. Die Suche nach der Ursache zog sich über Stunden hin, denn wir bauten alles mehrmals auseinander, prüften alles und bauten es wieder zusammen. Doch am Ende funktionierte sie endlich. Es lag an dem doch recht zögerlichen Verlassens der Luft aus dem System. Wir befüllten die Bremse nicht wie im Reparaturhandbuch vorgegeben von unten nach oben über die Entlüftungsschraube, sondern so wie wir es kannten. Außerdem dichtete die neu erworbene Entlüftungsschraube nicht so wie sie sollte und wir griffen auf eine alte, aus unserem Vorrat zurück. Doch jetzt bremst sie, wie sie soll und die erste Probefahrt steht an.

Fertig!

Erste Fahrt mit der wieder zusammengebauten ETZ 250.

An der MZ TS 250/1 die wir vor Jahren erworben hatten und bei der, wahrscheinlich durch einen Unfall, der Rahmen gestaucht war und desshalb unbrauchbar geworden ist, waren auch Seitengepäckträger angebaut. Ihr Zustand war überarbeitungswürdig. Wir bauten sie ab und entfernten die Plasteummantelung, die sich schon an einigen Stellen gelöst hatte, und wollten sie etwas mit schwarzer Farbe aufhübschen. Dann kam uns die Idee sie zu einem unserer Bekannte zu geben, der sie mit Sandstrahlen und Pulverbeschichten wieder zu neuem Glanz verhelfen sollte. Im Endeffekt sollten sie dann aber verkauft werden, da wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Verwendung für sie hatten. Später kam dann die Viergang-TS 250 zu uns und wir wollten sie da dran bauen. Da das uns aber nicht so wirklich gelang, kamen sie wieder auf Lager. Jetzt wo die ETZ fertig war, kamen wir auf die Idee sie daran zu bauen. Da alles passte war die Idee schnell umgesetzt. Wir holten auch noch die Pneumant-Seitenkoffer aus der Versenkung, reinigten sie und versahen sie mit „neuen“ Schlössern. Der Anbau war einfach und so hat die ETZ jetzt Seitenkoffer.

Der Motor lief und die erste Probefahrt auf dem Hof verlief auch ohne Probleme. Jetzt kümmerten wir uns mal um den Motor mit dem zerwürgtem Krümmergewinde. Wir lösten die vier Schrauben oben am Zylinder, nahmen den Zylinderkopf ab und staunten nicht schlecht, denn der Kolben hatte nicht gerade wenige Einschläge. Wir vermuteten einen gebrochenen Kolbenring als Ursache. Der Brennraum des Zylinderkopfes sah auch nicht besser aus. Um in das Kurbelgehäuse kucken zu können, nahmen wir den Zylinder ab. Selbiger hatte aber keine sichtbaren Schäden davon getragen. Das Kurbelgehäuse sah aber auch etwas mitgenommen aus, soweit man es sehen konnte.

Jetzt drückten wir den Kolbenbolzen heraus und prüften das Spiel des oberen Pleuellagers. Das Spiel war so groß, da konnte man -wie wir früher zu ausgeschlagenne Kugellagern sagten- 'ne Mütze durchwerfen! Wir probierten die Kolbenbolzen der anderen Kolben aus, doch bei allen das gleiche Ergebnis. Unbrauchbar. Um ihn überhaupt wieder zusammen zu bekommen, bauten wir einen nicht ganz so schlechten Kolben nebst passendem Zylinder an den Motorblock und setzten den Zylinderkopf wieder drauf. In den nächsten Tagen werden wir ihn mal in einen Rahmen hängen, komplettieren und versuchen zu starten.

Seitengepäckträger und Koffer
Der andere Motor
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Komplettierung

Für ein perfektes Aussehen fehlten noch einige Details. So war kein Schmutzfänger angebaut und auch der Instrumentenhalter hatte noch keine Symbolaufkleber für die Schalterstellungen des Zündschlosses. Das war jetzt aber auch alles angebaut und die ETZ 250 war vollständig.

Für den Zusammenbau verwendeten wir fast ausschliesslich originale DDR-Teile. Ausnahmen waren Öle von Addinol, Schrauben, die Bremsleitung für die Scheibenbremse und die Batterie. Das Kennzeichen ist übrigens das originale aus DDR-Zeiten, passend zu dem derzeit einzig vorhandenen DDR-Kfz-Brief.

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