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Probleme und Ereignisse mit unseren Fahrzeugen.
Der Motor unseres Trabant Kübel (Juni 2016)

Um die Restauration nicht unnötig in die Länge zu ziehen, nahmen wir uns die Teile, die unserer Meinung nach in Ordnung waren, nicht vor und bauten sie nach gründlicher Reinigung wieder original ein. So auch den Motor im Trabant Kübel. Keiner wusste wieviel km er schon hinter sich hatte und in welchem Zustand die Kurbelwelle, sowie Kolben und Zylinder waren. Am Auslass konnten wir einige schwarze stellen am Kolben erkennen, die uns aber nicht beunruhigten. Zumal man auch sah, das alle Kolbenringe dran waren und sich das Klappern der Kurbelwelle, feststellbar durch leichte Hin- und Herbewegungen selbiger, in Grenzen hielt. Einen Probelauf vor dem Kauf und der Demontage konnten wir, auf Grund des Zustandes, ja nicht durchführen. Wir reinigten ihn also nur, überprüften und reinigten den Vergaser, ersetzten die Zündkerzen durch neue und stellten die Zündung ein. Nach der Montage, der erste Startversuch. Keine Probleme, er sprang sofort an und lief auch rund. Nur das Kurbelwellenklappern war deutlich zu hören. Noch mal ausbauen kam nicht in Frage, zumal wir auch nur diesen einen Motor hatten und auch keine Ersatzteile dafür. Nach Fertigstellung verlief die erste Probefahrt mit Überführungskennzeichen ohne Probleme. Er räucherte zwar ein wenig, doch das gab sich nach einigen Kilometern. Mit leichtem Gefälle fuhr er sogar 110 km/h und hörte sich ganz rund an. So fuhren wir, nachdem er dann zugelassen war, die eine oder andere Strecke ohne Probleme.

Eines Tages kam mein Mitschrauber und meinte: „Der Trabi ist vor dem Tor ausgegangen und springt nicht wieder an.“ Rein in die Halle und alles überprüft. Kerzen, Kerzenstecker, Zündspulen, Zündkabel und Unterbrecher wurden gewechselt. Sogar die Zündung wurde neu eingestellt. Wir bekamen ihn dann auf einen Zylinder wieder zum Laufen, doch der zweite sagte nichts. Zündfunke war vorhanden, doch er tat’s nicht. Irgendwann kamen wir auf die Idee, doch mal die Kompression zu prüfen. Wir schraubten wechselseitig eine Kerze raus und drehten am Lüfterrad um einen Widerstand zu spüren. Beim ersten, alles OK, beim zweiten, nanu!? Obwohl die Zündkerze eingeschraubt war, konnten wir den Lüfter und dementsprechen die Kurbelwelle ohne grösseren Kraftaufwand bewegen. Keine Kompression! Na, mal sehen was da los ist. Als erstes bauten wir das Lüftergehäuse und den Zylinderkopf ab. Dort konnte man aber nichts erkennen. Dann wurde der Krümmer abgebaut. Wir sahen in den Auslasskanal und beobachteten den Kolben während wir am Lüfter drehten. Als die Stelle mit den Kolbenringen zu sehen war, staunten wir nicht schlecht, denn die fehlten alle drei und auch vom Kolben war ein Stück raus gebrochen! Das war der Grund für die fehlende Kompression. Wir bauten den Motor dann doch ganz aus, auch um evtl. weitere Schäden erkennen zu können. Inzwischen hatten wir uns einen alten Motor von einem Bekannten besorgt. Da dieser Motor nicht sehr einbaufreudig aussah und sich auch nicht drehen ließ, entschlossen wir uns, nur die Kolben und Zylinder um zu bauen. Doch da war das nächste Problem. Die Kolbenringe an dem „neuen“ Motor waren alle fest gebrannt. Beim Versuch sie zu lösen brachen dann zwei und wir waren wiede am Anfang. Dann kam uns die Idee, doch nur einen Kloben und Zylinder zu wechseln, der andere war ja in Ordnung. Also bauten wir die übrig gebliebenen heilen Kolbenringe vorsichtig auf den rechten Kolben und setzten Kolben und Zylinder wieder ein. Motor rein und Probelauf, alles in Ordnung und der Motor mit den zwei unterschiedlichen Zylindern läuft im Trabant Kübel heute noch.

Ein Crash mit dem Kübel (September 2016)

Im Gegensatz zum Ello wird der Trabant Kübel nicht nur am Wochenende, sondern auch im normalen Alltag bewegt, z.B. um hier und da kleine Erledigungen machen zu können. Da kann es schon mal passieren, das es zu kritischen Verkehrssituationen kommt oder auch zu einem kleinen Crash. An einer Kreuzung vor einer roter Ampel wartend, meinte ein Transporterfahrer er müsse die drei vor ihm stehenden Autos zusammenschieben. Unser stand in der Mitte und hatte demzufolge vorn und hinten Beschädigungen. Dem ersten Anschein nach schien es aber nicht so schlimm zu seien. Vorn ein paar kleine Beulen, die Nebelscheinwerfer beschädigt, der linke Kotflügel gerissen. Hinten hat das Reserverad alles abgefangen. Polizei, Krankenwagen alles halb so schlimm.

In der Werkstatt, nach gründlicherer Untersuchung dann das genauere Ergebnis. Nebelscheinwerfer hin, Kühleratrappe hin, Frontmittelteil (Brille) hin, Motorhaube etwas nach oben gebogen. Hinten, nach Abbauen des Reserverades, mächtige Beule im Heckteil durch das Reserverad. Und nur noch 10 Tage bis zur OMMMA 2016, denn da wollten wir ja mit ELLO und dem Kübel hin.

  Also los. „Brille“ besorgt und in unseren Ersatzteilen nach einer anderen Kühleratrappe gesucht. Der „Kurze“ hat sich dann dran gemacht das verbogene Mittelteil rauszutrennen und die neuen Teile einzuschweissen. Dann wurde ein neuer linker Kotflügel angebaut und alles noch schnell nachlackiert. Die hinteren Beulen wurden mittels Stockwinde so gut wie möglich

rausgedrücket, denn an ein Neuteil war in dem Moment nicht zu denken. Mit vereinten Kräften wurde alles wieder zusammengebaut und der Trabi war am Freiteg vor der OMMMA gegen 21 Uhr endlich soweit fertig, dass wir ihn mitnehmen konnten!

Wieder der Kübel (Mai 2017)

Da der Kübel, wie schon unten erwähnt, auch im normalen Alltag gefahren wird, ist er etwas öfter unterwegs als die anderen Fahrzeuge. An diesem Tag wurde er von Dirk benutzt, um einen Bekannte innerhalb der Statt zu besuchen. Als er wiederkam rief er schon von weitem „Trabbi putt!“ (nach „Otti“ einem vierjährigen aus der Verwandschaft). Ich hin und tatsächlich hörte er sich nicht gesund an. Es war aber ein aus DDR-Zeiten bekanntes Geräuch, das eigentlich jeder Trabant damals irgendwann mal gemacht hatte. Es war ein zischendes Patschen, denn an einem Zylinder war die Kopfdichtung durch. Nach Abbau des Lüftergehäuses war die Ursache schnell erkannt. Eine der vier Zylinderkopfmuttern hatte sich gelöst und zwar an dem Zylinder, den wir erst wegen „fehlender Kolbenringe“ ersetzt hatten. Lag es nun an Schluderei beim Festziehen (eine vergessen richtig anzuziehen) oder Dehnung des Stehbolzens oder Lockerung durch Vibrationen. Na egal. Die Reparatur war schnell erledigt. Kopf runter, alles sauber gemacht, neue Kopfdichtung drauf und alles wieder zusammen gebaut, nicht ohne den korrekten Festsitz aller Muttern zu kontrollieren. Und so hört er sich jetzt wieder wie ein richtiger Trabant an.

#Kolbenringe
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